Was ist mit den Geiseln der Islamisten?

Die Lage auf dem zwischen islamistischen Geiselnehmern und der Armee umkämpften Gasfeld im Osten Algeriens bleibt unübersichtlich. Nach wie vor schweigt die algerische Regierung zur genauen Zahl der Toten und Verletzten. Die Militäroperation scheint auch noch nicht beendet zu sein: Lediglich ein Abschnitt mit Wohngebäuden für Mitarbeiter sei gesichert worden, berichtete die algerische Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf örtliche Behörden. Die Fabrikanlagen selbst sind demnach weiter von Soldaten umstellt.

Schicksal vieler Opfer ist unklar

Unklar ist nach wie vor auch das Schicksal vieler Geiseln. Die islamistischen Angreifer hatten nach eigenen Angaben Hunderte Menschen in ihre Gewalt gebracht, darunter etwa 40 Ausländer aus Großbritannien, Norwegen, den USA, Frankreich und Japan. Ein Brite wurde nach Regierungsangaben aus London getötet. Der norwegische Energiekonzern Statoil erklärte, ein Angestellter sei in Sicherheit. Wo sich acht weitere Mitarbeiter befänden, sei ungewiss. Die japanische Regierung teilte mit, drei von 17 Landsleuten seien in Sicherheit. Deutsche sind nach Angaben der Bundesregierung nicht betroffen.

Keine Informationen im Vorfeld des Einsatzes

Einig sind sich die ausländischen Regierungen in ihrer Kritik an Algeriens Informationsweitergabe. Der britische Premierminister David Cameron ließ erklären, dass er gern im Vorfeld über die Militäraktion informiert worden wäre. Ähnlich äußerte sich auch ein US-Regierungsvertreter. Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete die Lage in Algerien als "dramatisch". Auch Norwegens Regierungschef Jens Stoltenberg sagte, sei lediglich über die laufende Militäraktion in Kenntnis gesetzt worden. Er habe Algerien um militärische Zurückhaltung zum Schutz der Geiseln gebeten.